Intelligentes Kochen im Vergleich: Wired Cooker trifft auf Miele M Sense

Mit dem M Sense betritt Miele den Markt für sensorgesteuertes Kochgeschirr – ein Terrain, das Wired Cooking seit Jahren mit dem Wired Cooker besetzt. Wir schauen genau hin: Was versprechen beide Systeme, und wo liegen die entscheidenden Unterschiede?

Als Miele im September 2025 auf der IFA das Kochsystem M Sense vorstellte, war die Reaktion der Fachpresse erfreulich. Ein Topf, der mit dem Kochfeld kommuniziert, Temperaturen regelt und das Überkochen verhindert – das klang nach einer echten Innovation. Was viele nicht wussten: Genau dieses Leistungsversprechen erfüllt der Wired Cooker aus Zürich bereits seit Jahren. Und Miele kennt ihn gut – das Unternehmen hat drei Exemplare gekauft und war in intensivem Austausch mit uns.

Damit ist der Markt für intelligentes Kochgeschirr definitiv in Bewegung geraten, was wir für einen direkten Vergleich nutzen möchten.

 

Zwei Produkte, ein gemeinsamer Gedanke

Beide Systeme teilen eine fundamentale Überzeugung: Kochen auf dem Herd ist, trotz aller Modernisierungen, noch immer ein erstaunlich ungenauer Prozess. Wer schon mal eine Sauce hat übergehen lassen oder beim Sous-vide ohne Profigerät improvisieren musste, weiss, was gemeint ist. Wired Cooking und Miele setzen beide auf Temperatursensoren und automatisierte Leistungsregelung – doch ihre Philosophien und Zielgruppen unterscheiden sich grundlegend.

 

Schweizer OriginalMiele IFA 2025
Wired CookerM Sense
Wired Cooking, ZürichMiele × Kuhn Rikon
  • Autonomes Gerät mit eigenem Heizelement (1,5 kW)

  • Kochgeschirr kommuniziert per Funk mit Miele KM 8000 Kochfeld
  • 4 Temperatursensoren (Boden, Wand, Dampf + externer Fühler)
  • Bis zu 3 integrierte Temperatursensoren
  • Gradgenaue Steuerung von Umgebungstemperatur bis 200 °C
  • Touch-Bedienung direkt am Topf/Pfanne (DirectTouch)
  • 12+ Gerätesimulationen (Sous-vide, Fritteuse, Joghurtbereiter u.v.m.)
  • 5 Koch- und 4 Bratprogramme (fest definiert)
  • Unabhängig von Kochfeld und Marke
  • Erfordert kompatibles Miele Induktionskochfeld (KM 85xx–88xx)
  • App-gesteuert via Bluetooth, multi-step Programme
  • Miele App: Rezepte und Programme (zukünftig)
  • Mobil einsetzbar (überall mit 220V-Steckdose)
  • Nicht mobil
  • Hocheffizient durch doppelwandigen Topfaufbau und gradgenaue Temperatursteuerung
  • «Bis zu 30 % Energieeinsparung mit Deckel»
  • Geschirrspülerfest
  • Geschirrspülerfest (Handwäsche empfohlen)

 

Der grosse Vergleich im Detail

KriteriumWired CookerMiele M Sense
KonzeptAutonomes Gerät mit eigenem Heizelement – unabhängig vom HerdKochgeschirr als Sensor-Erweiterung eines Miele Induktionsherds
Temperatursensoren4 Sensoren (Boden, oben & unten Innenwand, + optionaler externer Kernfühler)Bis zu 3 Sensoren (integriert)
TemperaturbereichUmgebungstemperatur bis 200 °C, grad- und sekundengenau einstellbarFestgelegte Programme (genaue Range nicht publiziert)
SteuerungSmartphone-App (Bluetooth), frei programmierbar, mehrstufige AbläufeDirectTouch am Geschirr + Miele App (Rezepte, zukünftig)
KompatibilitätKein Kochfeld nötig – überall mit 220V-Steckdose verwendbarAusschliesslich mit Miele KM 8000 «M Sense ready» Kochfeldern
Programme12+ simulierte Geräte, vollständig anpassbar, Community-Rezepte5 Koch- & 4 Bratprogramme (erweiterbar via App geplant)
ZielgruppeAmbitionierte Köche, Technikaffine, ExperimentierfreudigeMiele-Kunden, die Komfort und einfache Bedienung suchen
MobilitätVollständig mobil (Terrasse, Büro, Ferienwohnung, Camping)Gebunden ans Kochfeld; nur auf kaltem, ausgeschaltetem Feld abstellbar
Energieeffizienz~100 % Wirkungsgrad, 1,5 kW erhitzt wie 4 kW InduktionsfeldBis zu 30 % Einsparung vs. kochen ohne Deckel
GefässformenTopf (2,5 L), Zubehör (Dämpfeinsatz, Kelle, Fondueeinsatz u.a.)Topf und Pfanne (Produktlinie wird ausgebaut)
Marktstart CHBereits erhältlichApril 2026 (ausgewählte Märkte)
Preisca. CHF/EUR 550KM 8000 Kochfeld mind. 1300 EUR zzgl. Installation; pro Topf / Pfanne 300 EUR.
HerstellerWired Cooking, Zürich (Schweiz)Miele (D) × Kuhn Rikon (CH)

 

Freiheit der Kontrolle vs. Komfort der Automation

Der grundlegendste Unterschied der beiden Systeme liegt in der Kochphilosophie. Der Wired Cooker gibt Köchinnen und Köchen die volle Kontrolle: Temperaturen sind auf das Grad genau einstellbar, Programme sind frei kombinierbar, und das Gerät schreibt dem Nutzenden nicht vor, wie ein Gericht zubereitet wird – es stellt nur sicher, dass es exakt so gegart wird, wie gewünscht. Das ermöglicht Anwendungen, die weit über den Alltag hinausgehen: von der akkuraten Joghurtfermentation über Sous-vide bis zur kontrollierten Fritteuse.

Das M Sense-System von Miele verfolgt einen anderen Ansatz: Einfachheit durch Vorgabe. Wer einen der definierten Modi wählt – etwa «Kochen» für Kartoffeln oder «Braten II – Normal» für ein Steak – überlässt dem System die Verantwortung. Das ist ideal für Menschen, die präzises Kochen schätzen, ohne sich mit Temperaturkurven befassen zu wollen. Die Kehrseite: Das System setzt ein Miele-Kochfeld der neusten Generation voraus und ist ausserhalb dieser Ökosphäre nicht nutzbar.

Die Kuhn-Rikon-Verbindung

Dass Miele das M Sense Kochgeschirr zusammen mit Kuhn Rikon entwickelt hat, ist bemerkenswert – schliesslich ist Kuhn Rikon auch mit Wired Cooking bestens vertraut. Die Zürcher Traditionsmarke für Premiumkochgeschirr kennt beide Innovationen von innen. Das M Sense-Kochgeschirr wird in der Produktion von Kuhn Rikon verantwortet, während die Systemintelligenz von Mieles Entwicklungsteam in Bünde stammt.

Wo der Wired Cooker klar führt

In Sachen Flexibilität und Präzision setzt der Wired Cooker den Massstab: 4 statt 3 Sensoren, ein Temperaturbereich von Umgebungstemperatur bis 200 °C (gradgenau einstellbar), über 12 simulierte Geräte und die vollständige Unabhängigkeit von Marke, Kochfeld und Standort. Wer auf dem Balkon Fondue zubereiten, in der Ferienwohnung Risotto kochen oder im Büro Suppe warmhalten möchte – der Wired Cooker funktioniert überall mit einer Steckdose.

Dazu kommt die aktive Community mit Rezepten und selbst erstellten Programmen – ein offenes Ökosystem, das sich seit dem Marktstart kontinuierlich weiterentwickelt hat. Und der externe Kerntemperaturfühler, der eine Kontrolle direkt im Gargut erlaubt: für Niedergares, Waterbath-Cooking oder präzise Fischgerichte ein unschätzbares Werkzeug.

Wo M Sense punktet

Wer bereits eine Miele-Küche besitzt oder plant, einen KM 8000 einzubauen, erhält mit M Sense eine nahtlose Integration. Die Touch-Bedienung direkt am Topfgriff ist elegant gelöst und braucht kein Smartphone. Für jemanden, der beim täglichen Kochen einfach «Modus wählen und loslassen» möchte, ist das ein echter Vorteil. Auch die Pfanne als Teil des Systems – und damit das Braten mit sensorgestützter Temperaturführung – ist eine funktionale Ergänzung, die der Wired Cooker in dieser Form nicht bietet.

 

Fazit: Das M Sense-System bestätigt, was der Wired Cooker längst zeigt: Sensorgesteuertes Kochgeschirr ist die Zukunft. Wenn Miele und Kuhn Rikon mit vereinten Kräften in diesen Markt einsteigen, ist das ein starkes Signal – und eine Anerkennung des Konzepts, das Wired Cooking als Pionier etabliert hat. Der Wired Cooker bleibt das flexiblere, offenere und in der Präzision überlegene System. M Sense ist ein hervorragendes Produkt für die Miele-Welt – der Wired Cooker spielt in einer anderen Liga: unabhängig, universell und für alle, die beim Kochen selbst entscheiden wollen.

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